1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland Tagesfahrt nach Ulm und Laupheim

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Der Kurs kann nur telefonisch gebucht werden.

Montag, 21. Juni 2021 08:30–20:00 Uhr

Kursnummer 109016
Dozentin Sabine Heinz-Peters
Datum Montag, 21.06.2021 08:30–20:00 Uhr
Gebühr 85,00 EUR ab 15 Teiln., 70,00 € ab 20 Teiln., 65,00 € ab 25 Teiln.

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In Ulm bestand eine jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter. In einer Reichssteuerliste von 1241/42 wird die Gemeinde genannt. Während der Judenverfolgung in der Pestzeit 1349 wurde die Gemeinde vernichtet. Erst in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zogen wieder Juden in der Stadt zu, die eine neue Gemeinde gründeten. Aber schon 1493 bat die Reichsstadt den Kaiser um Ausweisung der Juden, was schließlich 1499 in die Tat umgesetzt wurde. Bis auf Einzelfälle blieben die Juden in der Folge der Stadt für Jahrhunderte fern. Erst im 19. Jahrhundert entstand eine neue jüdische Gemeinde in Ulm, die bis 1856 zur israelitischen Gemeinde in Laupheim gehörte, erst danach selbständig wurde und eine eigene Synagoge errichtete. Dieses Gotteshaus zerstörten die Nazis 1938 in der Reichskristallnacht mit den bekannten Folgen für die Juden während der Nazi-Diktatur. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges bestanden in Ulm und Umgebung von 1945 bis 1948/50 mehrere Lager für jüdische und andere "Displaced Persons". Insgesamt lebten in dieser Zeit 6.000 bis 7.000 überwiegend jüdische Flüchtlinge in der Stadt, die ab 1948 (Gründung des Staates Israel) Ulm wieder verlassen haben. Zu einem verstärkten Zuzug jüdischer Personen kam es seit etwa 1990, so dass bis 2004 wieder etwa 450 jüdische Personen in der Stadt lebten. 2002 wurde eine jüdische Gemeinde (zunächst als Filialgemeinde zu Stuttgart) wiederbegründet. Am 5. Mai 2002 konnte ein neues jüdisches Gemeindezentrum mit einem Betsaal eingeweiht werden. Seit 1999 ist ein Rabbiner zur Betreuung der jüdischen Einwohner in der Stadt. Im Januar 2010 wurde nach einem Architektenwettbewerb der Entwurf für eine neue Synagoge beschlossen, die am 2. Dezember 2012 auf dem Weinhof in einem Festakt mit Bundespräsident Joachim Gauck eingeweiht wurde, ganz in der Nähe des Ortes, an dem der Vorgängerbau stand.
Das Schloss Großlaupheim ist der kulturelle Mittelpunkt der Stadt. Mit dem Museum zur Geschichte von Christen und Juden und dem Kulturhaus beherbergt das Schloss zwei außergewöhnliche Einrichtungen mit einer Ausstrahlung weit in die Region hinaus. Im Museum ist dem Begründer der Filmstadt Hollywood, Carl Laemmle, ein eigener Bereich gewidmet. Der Rosengarten verzaubert vor allem zur Rosenblüte die Besucher. Das oberschwäbische Laupheim beheimatete einst die größte jüdische Gemeinde im Königreich Württemberg. Drei Jahrhunderte prägte das Neben-, Mit- und Gegeneinander von Christen und Juden das Leben des Ortes. Nach ihrem gewaltsamen Ende 1942 wurde darüber lange geschwiegen. Das Engagement Einzelner holte diese Geschichte ins öffentliche Bewusstsein der Stadt zurück. Die Überlebenden und Nachfahren der jüdischen Gemeinde sowie auch die Gesellschaft für Geschichte und Gedenken trugen maßgeblich zur Entstehung des Museums bei und leisten wertvolle Erinnerungsarbeit. Dazu gehören Forschungen, Publikationen und besonders auch die Kontakte zu den Nachkommen der jüdischen Gemeinde. Somit ist das Museum selbst Symbol der Aussöhnung zwischen Christen und Juden. Es wurde 1998 eröffnet und zeigt auf drei Etagen mit 800 Quadratmetern in einer Dauerausstellung die verschiedenen Etappen der Integration der jüdischen Minderheit in die kleinstädtische, überwiegend katholische Mehrheitsgesellschaft. Laupheims jüdischer Friedhof liegt mitten in der Stadt und ist nahezu unversehrt erhalten. Er wurde vermutlich schon 1730 angelegt, als die ersten jüdischen Familien nach Laupheim kamen. Heute zählt der Friedhof rund 1200 Bestattete und etwa 1000 erhaltene Grabsteine. NUR mit Anmeldung! Anmeldeschluss ist 7. Juni 2021. Nach diesem Datum sind Stornierungen nur gegen Zahlung des Gesamtpreises möglich!
Detaillierte Fahrtbeschreibung im Flyer - bitte anfordern!


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